14.04.2019 Brandenburgliga A-Jugend männlich

HSV Bernauer Bären vs. Ludwigsfelder HC 23:23 (8:8)
und ein gemütliches Beisammensein

Unsere frisch gebackenen Landesmeister der A. Jugend sollten am Sonntag zu ihrem letzten Saisonspiel bei der Mannschaft antreten, die es als einzige in dieser Saison geschafft hatte unsere Jungteufel zu besiegen. Da aber der Drops, wie es so schön heißt, bereits gelutscht war, ging es keinem mehr um Revanche oder so, sondern vielmehr um Spaß am Handball spielen. Verlieren wollte trotzdem keiner der Jungteufel und sich mit einer guten Leistung aus dem Spielbetrieb 2018/2019 verabschieden. Die Bernauer Bären hatten auch nichts mehr zu gewinnen oder zu verlieren, der dritte Platz der Liga war Ihnen sicher und auf Platz 2 würden sie durch den Sieg von Bad Liebenwerda am Vortag auch nicht mehr kommen. Aber auch sie wollten sich vor heimischen Publikum nicht die Blöße geben und sich mit einem Sieg verabschieden. Es war also angerichtet für ein schönes und ohne unter Druck stehendes Sonntagsspiel zwei der besten Jugendteams des Landes.

Die Halle der Bären war ganz gut besucht als um 14:00 Uhr angepfiffen wurde. In den ersten Minuten dann doch ein eher nervöses Spiel unserer Jungs, obwohl es dafür keinen Grund gab und da die Jungbären sich diesbezüglich etwas besser im Griff hatten, gingen sie mit dem ersten Tor des Spiels in Führung. Das schien ein kleiner Weckruf für unser Team gewesen zu sein und sie antworteten mit dem Ausgleichstreffer (1:1). Anschließend ging es im offenen Schlagabtausch und mit vielen Fehlern bzw. Fehlwürfen auf beiden Seiten hin und her. Keine der beiden Mannschaften konnte sich irgendwie absetzen, was die Spieler natürlich nervte und die Partie dadurch körperlich anheizte. So etwas ist natürlich sehr gefährlich in Bezug auf mögliche Verletzungen. An dieser Stelle sind natürlich souveräne und regelfeste Schiris gefordert, die solch einer Entwicklung energisch Einhalt gebieten doch diese waren an diesem Tag leider nicht zu finden. Sie verteilten zwar bis zur 16. Spielminute bereits 6 Verwarnungen im Verhältnis 3:3, doch es waren zu diesem Zeitpunkt schon mehrere Fouls auf beiden Seiten dabei gewesen, die durchaus mehr verdient hätten. Darüber waren natürlich nicht nur die Zuschauer verärgert, sondern die Spieler auch und als noch mehr fragwürdige andere Entscheidungen getroffen wurden, knisterte die Luft in der Halle schon ganz schön vor Wut. Dem Spiel waren die Entscheidungen auch nicht gerade zuträglich, weil sie für viel Unruhe und Nervosität sorgten. In der 10. Spielminute stand es gerade mal 4:4 und in der 20. Minute 6:4 für den Gastgeber. Ziemlich wenig Tore für ein Spitzenspiel. In der 24. Minute dann der Ausgleich durch unsere Jungteufel zum 7:7 bei immer noch gleichen widrigen Spielumständen. Als dann noch in der 28. Minute unserem Jannik, nach einem wieder nicht geahndeten Foul, der Kragen platzte und er den Unparteiischen seine Meinung zu ihrer Leistung mitteilte, durfte er nach der fälligen roten Karte sich das Spiel von der Zuschauertribüne aus ansehen. Natürlich weiß jeder, dass der Spieler die Klappe halten sollte aber jeder kennt auch diese Situationen in denen man kurz vor der Explosion steht, da reicht dann oft ein kleiner Funke oder eben die gefühlte 100e Fehlentscheidung. Kurz zuvor hatte sich auch noch Dustin verletzt. Naja Schwamm drüber aber blöd war es schon für unsere Jungs ihren einzigen originären Rückraumwerfer so früh zu verlieren. In die Halbzeitpause ging es für das Team mit einem 8:8 und für Jannik in Begleitung von gleich zwei Ordnern (auch völlig überzogene Maßnahme, zumal Jannik freiwillig Richtung Ausgang ging), da er immer noch mit seinem Schicksal und den Schiris haderte. Was blieb von der ersten Halbzeit? Ein völlig wirrer und verpfiffener erster Durchgang mit vielen Emotionen auf und neben der Spielfläche, zwei dadurch völlig neben sich stehenden Teams, bei denen auf beiden Seiten bislang nur die Torhüter (Danke an Luca!) glänzen konnten und vom Spiel bislang enttäuschte Fans in beiden Lagern. Alle hofften, dass wir nochmal ein vernünftiges Spiel zu sehen bekommen in der zweiten Hälfte.

Diese wurde dann tatsächlich noch zumindest sehr unterhaltsam. Die Schiris waren zwar immer noch nicht perfekt, ließen jedoch das Spiel mehr laufen, wodurch sich dieses ein wenig entwickeln konnte. Die Bären erwischten dabei den besseren Start und gingen zunächst mit 2 Toren 10:8 in Führung und konnten diese noch auf drei Tore 14:11 ausbauen. Doch dann schlug die Stunde unseres Torhüters Luca. Er entschärfte einen Ball nach dem anderen und motivierte dadurch das Team so sehr, dass sie auch ohne Rückraumwerfer sich immer näher herankämpften und mit einem 5 zu 0 Lauf schließlich sogar in Führung 14:16 gingen. Es war schon bemerkenswert, wie sich unsere Jungs ohne Rückraumshooter in der Offensive in den Gegner schoben, diesen zu Fehlern zwangen und dadurch mehrere 7 Meter ( 5 Stück in 9 Minuten und alle verwandelt) rausholten. In der 44. Minute führten wir sogar mit 3 Toren (15:18) und Bernau wurde daraufhin wieder ruppiger. Und weil die Schiris auch hier wieder nicht richtig durchgriffen heizte sich das Spiel erneut an. In der 53. Minute dann der Ausgleich 20:20 und die erneute Führung 21:20 für die Gastgeber. Jetzt war es richtig spannend und wahnsinnig unterhaltsam, weil die Torhüter auf beiden Seiten ihre Kästen mit sehenswerten Paraden regelrecht vernagelten. In der 59. führen die Jungbären aus Bernau immer noch mit einem Tor 23:22 bevor unsere Jungteufel in der 60. Minute ausgleichen können zum 23:23. Die Bernauer haben noch 50 Sekunden Zeit für ihren Siegtreffer, können diese Chance jedoch nicht nutzen. Endstand 23:23 nach einer deutlich besseren zweiten Halbzeit in der die Torhüter beider Teams eine eigene Niederlage verhinderten. Ein für beide Mannschaften gerechtes Ergebnis, wobei die Leistung unserer Jungs, die nur 1 Spieler des älteren Jahrganges auf dem Feld hatten, insgesamt auch körperlich etwas unterlegen waren und keine große Wechselbank hatten, stärker als die des Gastgebers einzuschätzen ist.

Dies lässt doch positiv in die nächste Saison blicken, auch wenn 5 Spieler altersbedingt nicht mehr dabei sein werden.

Ein großes Dankeschön geht an unsere Kreisspieler Leon Wucke und Dennis Dombrowski, sowie unseren Rückraumspielern Moritz Maurer und Niklas Giersberg und an unseren Spielmacher/Abwehrchef Nils Kelm für euren Einsatz in den vergangenen zwei A-Jugend Jahren und für die zwei gewonnenen Meisterschaften an denen ihr großen Anteil hattet.

Ein weiteres und dabei nicht groß genug einzuschätzendes DANKE an unseren Trainer Dirk Langner, der die Mannschaft (nach Stand heute, man weiß ja nie) ebenfalls verlassen wird. Dirk, was du für den Nachwuchs des LHC in den vergangenen Jahren alles getan hast, kann man gar nicht alles wiedergeben und ich weiß, dass du das auch gar nicht wollen würdest. Ich will nur feststellen, dass vieles von dem was du gemacht hast, musst du wohl sehr sehr richtig gemacht haben!!!.....du hast durch deinen Einsatz und deinen Erfolgen den Jugendhandball in Ludwigsfelde für viele wieder attraktiv gemacht und ich freue mich riesig, dass du dich selbst mit dem zweifachen Landesmeistertitel der A-Jugend belohnen konntest....

...und wo wir gerade beim Thema Belohnung sind, will ich nochmal auf den letzten Spieltag und der Mannschaft zurückkommen. Diese belohnte sich noch am selben Abend, ihr Trainergespann und ihre treuesten Fans (Familien und Freundinnen) für die gewonnene Meisterschaft mit einem gemeinsamen Essen im Stammlokal des LHC „Da Toni". Das war ein wirklich gelungener Saisonabschluss, bei dem sich zunächst alle artig beieinander bedankten und beklatschten, anschließend das Essen und die Kaltgetränke genossen und sich nochmal alle „Heldengeschichten" der zurückliegenden Saison erzählten, egal ob man sie hören wollte oder nicht. Also genau so, wie es bei solch einer Veranstaltung sein soll. Einen besonderen Programmpunkt steuerte schließlich noch unser Sebastian L. bei, der obwohl er in dieser Saison in Cottbus spielt als Teammitglied und Landesmeister der letzten Saison, extra zum Gratulieren und Mitfeiern vorbeikam. Sebastian stand einfach plötzlich vom Tisch auf, setzte sich ans Klavier und begann zu spielen. Und er spielte so gut, dass sich sofort die kleinen Gäste des Restaurants um ihn scharrten und gebannt zuhörten. Das war schon berührend und irgendwie auch ein wenig „schräg", womit nicht die Töne gemeint sind, sondern eher der Anblick oder hat von euch schon mal irgendjemand einen ca. 100kg schweren Kreisläuferbrocken Klavier spielen gesehen?

M. K.